In der Nacht von Samstag, den 24.10. auf Sonntag ist in der KiTa ‘Haus Lili’ in der Pfarrstraße Feuer gelegt worden. Sie wurde erheblich beschädigt und ist bis auf weiteres nicht mehr nutzbar. Betroffen sind vor allem die Gruppenräume und die Diele. Das Dach über den Gruppenräumen ist komplett abgebrannt. Spielsachen, Bücher, Kleidung etc. sind weitgehend erhalten, aber es ist fraglich, ob etwas davon weiter verwendet werden kann, da es durch den Rauch unter Umständen kontaminiert ist.

Bis auf weiteres müssen die Kinder nun woanders untergebracht werden. Vorgesehen ist, dass die Kinder in der zurzeit leer stehenden Pastoratswohnung im Pastorat Rahlstedter Straße 79 unterkommen können. Die Leitung erhofft dafür eine Zustimmung der Behörden zu bekommen. Das Büro der KiTa wird bis auf weiteres im Kirchenbüro im Pastorat seinen Platz finden.

Bilder: C. Reinhart

 

 

 

Ein Haus mit Tradition schließt seine Pforten

Bei der Geschäftsaufgabe am 29. November dieses Jahres wird die Familie Hameister auf ein 55-jähriges Bestehen ihres Rahlstedter Gasthauses zurückblicken können. Die Gastwirtschaft besteht sogar über 100 Jahre. Denn 1902 erbaute der Landwirt Hinrich Schulz auf dem Eckgrundstück Lübecker Straße / Bachstraße (Rahlstedter Straße / Schweriner Straße) den “Gasthof an der Rahlau”.
Im Jahre 1906 übernahmen Adolf Behnk und seine Frau Metha den Gasthof, den sie bis 1953 bewirtschafteten.

In den 30er Jahren erhielt der Gasthof den Namen “Kap Horn”. Man erzählt sich, dass Stammgäste an einem feuchtfröhlichen Abend zu vorgerückter Stunde den Namen erfunden hatten. Denn sie hatten beobachtet, dass es für die HHA-Busse sehr schwierig war, die spitzwinklige Einmündung der Lübecker Straße in die Adolf Hitler-Straße (Rahlstedter Straße / Schweriner Straße) zu umfahren, ähnlich wie für die Schiffe um das Kap Hoorn an der Südspitze Südamerikas.

Im Jahre 1953 kauften Käthe und Walter Hameister den Gasthof. Walter Hameister stammte aus einer Gastwirtsfamilie, die schon seit 1902 in diesem Gewerbe tätig war. 1969, nach dem Tode seines Vaters, übernahm Claus Hameister, der schon seit 1953 im Gasthof tätig war, mit seiner Frau Ute die Gaststätte. Der Flussname wurde auch wieder aufgenommen mit einem Anbau, der den Namen “Rahlaustube” trägt. In den letzten Jahren war auch Sohn Jochen im Betrieb tätig.

Bilder: Stadtteilarchiv

 

 

 

ROTE ORTSTEILSCHILDER

Wer mit offenen Augen durch Rahlstedt geht oder fährt, der wird es festgestellt haben: Die Beschilderung unseres Stadtteils hat sich in den vergangenen Jahren immer wieder verändert. Hatten wir früher noch unsere altbekannten roten Ortsteilschilder mit weißer Schrift, sind diese an vielen Stellen entweder ganz verschwunden oder durch weiße Tafeln mit schwarzer Schrift ersetzt worden.

Die Veränderungen in der Beschilderung unserer Stadtteile begannen, als sich das Bezirksamt 2004 plötzlich dieses Themas annahm. Man wolle eine hamburgweit einheitliche Gestaltung der Ortsteilschilder umsetzen, hieß es. Zu diesem Zweck sollten die neuen Schilder einheitlich in ganz Hamburg in Weiß mit schwarzer Schrift gestaltet sein und unter dem Ortsteilnamen auch dementsprechenden Bezirk aufweisen. Einhergehen sollte damit eine Abschaffung der Schilder Alt-Rahlstedt, Neu-Rahlstedt, Meiendorf und Oldenfelde. Diese standen - ebenso wie im Wandsbeker Kerngebiet das Schild Hinschenfelde nur an Grenzen innerhalb eines Stadtteils, also etwa zwischen Meiendorf und Oldenfelde sowie zwischen Alt-Rahlstedt und Neu-Rahlstedt. Das Wandsbeker Bezirksamt ließ Politik und Vereine wissen, man könne diese untergeordneten Ortsteile künftig nicht mehr ausschildern, da diese offiziell gar nicht existieren würden. Der damalige Ortsausschuss Rahlstedt und die Bezirksversammlung Wandsbek sprachen sich in mehreren Beschlüssen dafür aus, die Beschilderung aller Ortsteile so beizubehalten wie sie ist. Die SPD beantragte darüber hinaus, die rot-weißen Schilder der ehemaligen stormarnischen Dörfer in ganz Wandsbek zu behalten, dieses wurde jedoch von der CDU abgelehnt.

Die Änderungen seitens des Bezirksamtes haben vielen Menschen in Rahlstedt ein Stück Identifikation mit ihrem Wohnort genommen. Ein Meiendorfer etwa wohnt zwar formell tatsächlich in Rahlstedt, sieht sich in der Regel aber eher als Meiendorfer, denn als Rahlstedter. Das Bezirksamt wollte jedoch nicht einlenken. Es wurde schließlich zumindest bezüglich der Schilder  für die “inoffiziellen Ortsteile”, ein Kompromiss gefunden: Die Schilder für Alt-Rahlstedt, Neu-Rahlstedt, Meiendorf und Oldenfelde sollten erhalten und den Bürgervereinen im Rahmen einer Betreuungs-Patenschaft übergeben werden. Im Jahr 2005 nahm mit den beschriebenen Veränderungen ein Chaos in der Beschilderung unserer Stadt- und Ortsteile seinen Lauf, das bis heute anhält. So wurden zunächst weiße Schilder bestellt und aufgestellt, auf denen nicht etwa “Rahlstedt -Bezirk Wandsbek” zu lesen war, sondern “Rahlstedt - Bezirksamt Wandsbek”. Nach entsprechenden Hinweisen aus der Kommunalpolitik musste das Bezirksamt diese Schilder überkleben lassen. Doch der Peinlichkeiten nicht genug. Statt etwa an den Außengrenzen Rahlstedts konsequent die richtigen Schilder aufzustellen, fand sich am Meiendorfer Weg aus Richtung Volksdorf kommend plötzlich ein Schild mit der Aufschrift “Meiendorf - Bezirk Wandsbek”.

So wurde dort nicht nur gegen die Regelung verstoßen, die inoffiziellen Ortsteile nur innerhalb des Stadtteils Rahlstedt auszuschildern, Meiendorf wurde durch die Aufstellung eines weißen Schildes gleichzeitig zum Stadtteil im Bezirk Wandsbek erhoben - denn nur für diese sollte es die Schilder ja geben.

Gute drei Jahre später zeigte das Bezirksamt in diesem Themenfeld vielerlei Aktivitäten, die davon geprägt waren, dass eine Hand scheinbar nicht wusste, was die andere tut, denn nach und nach tauchten falsche Schilder in ganz Rahlstedt auf. Keinerlei Aktivität zeigte das Bezirksamt hingegen hinsichtlich dem vom Bürgerverein  Rahlstedt seit drei Jahren gewünschten Erhalt der alten rot-weißen Schilder. Auf mehrere Schreiben gab es keine Reaktion seitens der Verwaltung. Eine formelle schriftliche Anfrage an das Bezirksamt ergab, dass die Schreiben dort angeblich nicht bekannt seien. Dieses Chaos im Bezirksamt in dieser Angelegenheit war Anlass genug, das Thema im Wandsbeker Verkehrsausschuss erneut anzusprechen. Hierbei wurde deutlich, dass dem Bezirksamt diese Angelegenheit mehr als unangenehm ist und man bereit ist, der Politik und den Vereinen vor Ort entgegenzukommen. Nun soll bis zum Anfang des kommenden Jahres eine Bestandsaufnahme aller bestehenden und aller fehlenden Stadtteil- und Ortsteilschilder erstellt werden. Auf dieser Basis wollen die Fraktionen in der Bezirksversammlung dann darüber beraten, an welcher Stelle Schilder aufgebaut werden und dann im Neuzustand den Bürgervereinen für eine Patenschaft angeboten werden können. Eines ist klar: In diesem Zusammenhang werden wir darauf achten, dass Alt-Rahlstedt, Neu-Rahlstedt, Meiendorf und Oldenfelde gebührend berücksichtigt werden. Und zwar mit Schildern in der bekannten und beliebten rot-weißen Ausführung - denn für inoffizielle Ortsteile gelten auch keine offiziellen Regeln.

Lars Kocherscheid

Bild: J.-R. Wulff

 

 

 

NACHRUF von Ortsamtsleiter a. D. Rolf Mietzsch

Hans Günter Stark ist tot. Er wäre am 19. September 83 Jahre alt geworden. Mit Hans Günter Stark war ich durch meinen Beruf lange Zeit auf‘s Engste verbunden. Dankbar für diese Zeit werde ich Hans Günter Stark in guter Erinnerung behalten. „hgs“ - sein Markenzeichen - war Journalist und Redakteur aus Berufung; man traf ihn überall, ob in der Bezirksversammlung Wandsbek, beim damaligen Ortsausschuss Rahlstedt, bei Interessenverbänden, Sport- oder Schützenvereinen, auf Veranstaltungen der bis 1993 in Rahlstedt stationierten Bundeswehr, Kunstausstellungen oder anderen Ereignissen, und zwar zu jeder Tageszeit ggf. auch Nachtzeit. In seinen Artikeln, Berichten und Kommentaren in verschiedenen regionalen Zeitungen erlebte man den leidenschaftlichen Profi und Könner der schreibenden Zunft.

Er war kein Hofberichterstatter, sondern ein Berichterstatter mit ausgeprägtem Gerechtigkeitsgefühl. Seine Maxime war immer, der Wahrheit so nahe wie möglich zu kommen. Deshalb war die gründliche Recherche ihm, wie kaum einem Anderen, zur Gewohnheit geworden. Nur dann, wenn ihm alle Möglichkeiten, Hintergründe zu erkennen, ausgeschöpft schienen, erlaubte er sich, über die Berichterstattung hinaus, konstruktiv Kritik in seinen Kommentaren oder - feinsinnig versponnen - in seinen Artikeln zu üben.

Es gehörte zur Persönlichkeit von „hgs“, auch in der Kritik fair zu bleiben, insbesondere dann, wenn es sich um Einzelpersonen handelte. Er arbeitete stets mit dem Bewusstsein, dass der Pressemann ein scharf geschliffenes Instrument in der Hand hat, das sehr leicht verletzen und missbraucht werden kann.

Als Journalist war „hgs“ auch ein Dolmetscher, der komplizierte Sachverhalte verständlich - ohne Wesentliches wegzulassen - seinen Lesern mundgerecht servieren konnte. Er machte im wahrsten Sinne des Wortes „langweilige“ Kommunalpolitik schmackhaft.

„hgs“ hat als Journalist durch eine aufklärende Berichterstattung daran mitgewirkt, dass z. B. aus der damals kritischen Haltung der Bürger des Stadtteils Rahlstedt gegenüber der Bundeswehr ein fast problemloses Nachbarschaftsverhältnis geworden ist.

„hgs“ zählte nicht zu den Einäugigen. Seine geistige und politische Unabhängigkeit haben ihn stets vor lautstarker Polemik bewahrt. - Wie kaum ein anderer Journalist durchschaute er hier in Rahlstedt und darüber hinaus gesellschaftliche und kommunalpolitische Zusammenhänge in ihrer Vielfalt. Und er erkannte auch die Ursachen, an der eine Demokratie Schaden nehmen kann.
Nach seiner Pensionierung im Jahre 1987 hat „hgs“ in verschiedenen Beiträgen zur Geschichte und Kultur erlebte Stadtteilgeschichte „aus der Rumpelkammer seines Gedächtnisses hervorgeholt“ und dabei den „Blick durch einen Türspalt“ gewährt.

Dieses Gedächtnis funktioniert nun nicht mehr. „hgs“ verstarb am 26. August 2008 an einem Gehirntumor. Seiner hinterbliebenen Ehefrau Charlotte und seiner Tochter Beata gehört mein ganzes Mitgefühl.

Rolf Mietzsch