Am 7. Juli dieses Jahres haben die Kirchenvorstände der Kirchengemeinden Rahlstedt Oldenfelde und Meiendorf beschlossen, sich mit Wirkung vom 1. März 2009 zur Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Meiendorf-Oldenfelde zusammenzuschließen.

Diese Fusion ist das Ergebnis mehrjähriger Überlegungen und Verhandlungen, zu denen sich beide Gemeinden aufgrund der schwierigen Finanzlage der Kirche gezwungen sahen. Nach Jahren der Kooperation innerhalb der Region 9 soll das Gemeindeleben angesichts der drastischen Kürzung der Kirchensteuerzuweisungen von 2004 um ein Drittel auch unter den veränderten Bedingungen zukunftsfähig gestaltet werden. Beide Gemeinden hatten bereits in der Vergangenheit Fusionen erlebt. Nachdem in den 90er Jahren die Kirchensteuerzuweisungen Jahr für Jahr gesunken waren — im Durchschnitt jährlich um neun Prozent — hatten sich zum 1. Januar 2000 in Meiendorf die Thomas- und die Rogate-Kirche und in Oldenfelde die Dietrich-Bonhoeffer- und die Matthias-Claudius-Kirche jeweils zu einer Gemeinde zusammengeschlossen. Beide werden nun zu Gemeindebezirken in der neuen Gesamtgemeinde, die mit rund 15.000 Mitgliedern die zweitgrößte Gemeinde in Hamburg sein wird.

Alle vier Kirchen werden in der Großgemeinde gleichwertig sein und als Predigtstellen erhalten bleiben. Das gilt auch für die dazugehörigen Gemeindezentren, wobei die Gemeinderäume der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche, die vor einigen Jahren aus Kostengründen abgegeben wurden, jetzt vom Evangelischen Diakoniezentrum Rahlstedt genutzt werden. In Meiendorf hatte der Kirchenvorstand ebenfalls über Einsparmöglichkeiten entscheiden müssen und beschlossen, zum 1. Januar 2007 die Rogate-Kirche mit Gemeindezentrum aufzugeben, doch gelang es dem spontan gebildeten Förderkreis mit Hilfe vieler Spender, die Mittel für die erforderlichen Betriebskosten aufzubringen, so dass das rege Gemeindeleben dort mit seiner diakonischen Ausrichtung aufrechterhalten werden konnte.

Die fusionierte Gemeinde wird weiterhin die bestehenden Kindergärten Kamminer Straße, Massower Weg, Dreieckskoppel und Wildschwanbrook betreiben und die Trägerschaft für den Jugendclub Mittendrin am Finnmarkring und den Pädagogischen Mittagstisch in der Schule am Wildschwanbrook innehaben. Die insgesamt fünf Pfarrstellen bleiben erhalten und werden von den bisherigen Pastorinnen und Pastoren Nils Christiansen, Dallas Gastmeier, Jakob Delfs, Michaela Petersen und Sabine Fohl besetzt. Das Kirchenbüro wird bei der Matthias-Claudius-Kirche angesiedelt sein - leider keine sehr glückliche Lösung, da es ganz am Rande des großen Gemeindegebiets gelegen ist und den meisten Besuchern weite Wege abverlangt.

Mit Letzterem wird auch die Problematik der von der Nordelbischen Kirche allerorts mit fast ideologischem Eifer vorangetriebenen Fusionen deutlich, nämlich die Frage, wie nahe Kirche künftig den Menschen sein kann. Am 30. November, dem 1. Advent und Beginn des neuen Kirchenjahres, werden in der Nordelbischen Kirche die Vertreter für die Kirchenvorstände neu gewählt. Dieses geschieht in Meiendorf und Oldenfelde noch in den bisherigen Gemeinden. Die beiden neuen Kirchenvorstände von je12 Mitgliedern werden am 1. März 2009 mit 24 Personen den Kirchenvorstand der fusionierten Gemeinde bilden. Er wird sich mit allen Belangen der ursprünglich einmal vier Gemeinden befassen müssen.

Bilder: Stadtteilarchiv