Am 23. Mai 2012 kündigte das Bezirksamt Wandsbek den Abriss der alten Brücke im Regionalausschuss Rahlstedt an. Sie sei marode und die Sanierung zu teuer. Die Entfernung der Brücke erfolgte einige Wochen später ganz unspektakulär.

Seitdem setzt sich der Bürgerverein Rahlstedt durch seinen Arbeitskreis für eine Ersatzbrücke ein. Regelmäßig wurde beim Regionalausschuss der Sachstand abgefragt.

Vor allem für ältere Menschen bedeutete die fehlende Brücke einen erheblicher Umweg, um in den Rahlstedter Ortskern zu gelangen oder von dort zum Kundenzentrum.

Nach fast eineinhalb Jahren waren noch immer kein Fortschritt zu erkennen, daher führte der Bürgerverein im September 2013 an zwei Markttagen eine Unterschriftensammlung durch. Über 1.200 Unterschriften kamen dabei zusammen. Diese wurden dem Regionalausschuss übergeben, um noch einmal deutlich zu machen, das sehr viele Rahlstedter sich eine neue Brücke wünschen.

Der Arbeitskreis berichtet im Oktober 2013 dem Regionalausschuss über seine eigenen Rechcherchen und regt den Bau einer Kunststoffbrücke an. Auf Bitte des Arbeitskreisleiters, Jürgen-Robert Wulff, fragt der Regionalausschuss den Sachstand bei der Verwaltung an. Die Anfrage wird im Januar 2014 schriftlich beantwortet.

Arbeitskreisleiter Jürgen-Robert Wulff hat auch Gespräche mit den Anwohnern der umliegenden Seniorenanlagen geführt und dabei erfahren, wie beschwerlich für viele der Umweg ist.

So wird geschildert, wie langsam eine ältere Dame sich nur bewegen kann, weil ihre Hüfte nicht mehr so will, wie sie möchte; dazu auch noch die Schmerzen. 100 Meter in 10 Minuten. Bei ca. 400 Metern Umweg macht das fast eine dreiviertel Stunde. Aber auch andere Senioren klappt es mit dem Luftholen nicht mehr so gut. 100 Meter, dann stehen bleiben, 5 Minuten verpusten, dann kommen die nächsten 100 Meter.

"Für mich gehört Barrierefreiheit zur Daseinsfürsorge." erklärt Herr Wulff, "Das gilt für Rampen und Fahrstühle an Bahnhöfen ebenso wie für alle öffentlichen Einrichtungen. Und in gewisser Weise betrifft es auch die kleine Brücke über die Wandse. Die Abkürzung des Weges bedeutet für Menschen mit Einschränkungen eine erhebliche Erleichterung."

Anwohner der Seniorenanlage Rahlstedter Strasse 149

Photo: J.-R. Wulff