Detlev von Liliencron 

(1844 - 1909)

Detlev von Liliencron wurde 1844 in Kiel geboren. Nach einer kurzen Militärkarriere und einigen Jahren in der Verwaltung wandte er sich seiner Leidenschaft zu und wurde freier Schriftsteller. 1883 erschien sein erster Lyrikband “Adjutantenritte und andere Gedichte”. Es folgten “Eine Sommerschlacht” (1887), “Unter flatternden Fahnen” (1888) und “Der Haidegänger” (1893). Seine Lyrik gilt als bedeutende Wegmarke des aufkommenden Naturalismus des späten 19. Jahrhunderts. Liliencron starb 1909 in Alt-Rahlstedt, sein Grab befindet sich auf dem Rahlstedter Friedhof.

Detlev von Liliencron ist ein Neffe des Herausgebers der Allgemeinen Deutschen Biographie, Rochus Freiherr von Liliencron.

Jugendjahre (1844-1875)

Detlev von Liliencron wurde 1844 als Sohn von Louis Freiherr von Liliencron und Adeline (geb. von Harten) geboren. Sein Vater war dänischer Zollbeamter und entstammte einer verarmten Adelsfamilie.
Nachdem er die Ausbildung am Gymnasium abgebrochen hatte (Anmerkung der Redaktion: Liliencron wollte in den peußischen Staatsdienst und benötigte einen Schulabschluss einer preußischen Schule; Kiel war noch dänisch), absolvierte er die Realschule in Erfurt und trat in die Berliner Kadettenschule ein. Seine Karriere begann als Kavallerieoffizier in der preußischen Armee (Deutscher Krieg 1866 und Deutsch-Französischer Krieg 1870/71), wo er mehrfach ausgezeichnet wurde, seine jugendliche Kriegsbegeisterung freilich einbüßte. Wegen Glücksspiels und den daraus resultierenden Schulden (von denen er auch später nie loskam) war er 1875 gezwungen, den Militärdienst zu quittieren.

Verwaltungsdienst (1875-1885)

Die Emigration nach Amerika, wo er ab 1875 seinen Lebensunterhalt als Klavierlehrer und Sprachlehrer bestritt, dauerte nicht lange. Bereits 1877 kehrte er wieder zurück nach Deutschland. 1878 fand er Arbeit in der preußischen Verwaltung. Er heiratete Helene von Bodenhausen. Die Ehe stand jedoch unter keinem guten Stern und scheiterte schon ein Jahr nach der Heirat.
1882 wurde er zum Hardesvogt - eine Art Stellvertreter des Landrats vor Ort - auf der nordfriesischen Insel Pellworm ernannt. Hier entstand sein wohl berühmtestes Gedicht “Trutz blanke Hans”, in dem er den Untergang der reichen und übermütigen Stadt Rungholt in der Nordsee, die einst nahe bei Pellworm lag, beschreibt. Ebenfalls in diesem Jahre wurde er als ehemaliger Offizier zum Hauptmann der Landwehr der Reserve befördert. Im Oktober 1883 wurde er dann zum Kirchspielvogt in Kellinghusen (Holstein) ernannt.
Liliencron war chronisch verschuldet, weswegen er den öffentlichen Dienst nicht länger ausüben konnte und aus dem Staatsdienst ausscheiden musste. 1885 erfolgt die offizielle Scheidung von Helene von Bodenhausen.

Freier Schriftsteller (1885-1901)

Von nun an versuchte er sein Leben als freier Schriftsteller zu finanzieren. Er lernt die Gastwirtstochter Augusta Brand kennen, die er 1887 ehelicht. In dieses Jahr fällt die Veröffentlichung des Werkes “Arbeit adelt”. Im Jahr darauf knüpft er erste Kontakt mit den Dichtern des Friedrichshagener Dichterkreises. Mit Hilfe der Finanzierung durch die Schillerstiftung verbringt er 1890/91 einige Zeit in München, wo einige seiner Gedichte in der Zeitschrift “Die Gesellschaft” veröffentlicht werden. Dort pflegt er unter anderem Umgang mit Otto Julius Bierbaum.
1891 zieht Liliencron nach Altona-Ottensen, und nach der Scheidung von Augusta Brand 1892 an die Palmaille, in ein anderes Viertel der damals selbständigen Stadt Altona. Dort verfasst er neben verschiedenen Werken sein Hauptwerk “Poggfred” und lernt Richard Dehmel kennen, mit dem ein reger Kontakt entsteht.
Seine Schulden verfolgen ihn weiter, und er versucht 1898 mit Vortragsreisen etwas Geld zu verdienen. Schließlich heiratet Liliencron 1899 die Bauerntochter Anna Micheel, seine dritte und letzte Eheschließung. Aus akuter Geldnot schließt er sich ein Jahr später dem literarischen Kabarett “Überbrettl” an.

Die letzten Jahre (1901-1909)   

1901 kommt Ruhe in das bewegte Leben Liliencrons. Mit Hilfe seiner Freunde gelingt es ihm, eine Wohnung in Alt-Rahlstedt zu finden, und er erhält ein jährliches Ehrengehalt in Höhe von 2.000 Mark von Kaiser Wilhelm II.. An seinem 60. Geburtstag 1904 wird er mit einer deutschen und österreichischen Festschrift geehrt, an der sich die bekanntesten Schriftsteller der Zeit beteiligen und die vom Maler und Illustrator Heinrich Lefler gestaltet wurde.
1908 verfasst er eine Autobiographie mit dem Titel “Leben und Lügen”. In seinem letzten Lebensjahr 1909 feiert er seinen 65. Geburtstag; zu diesem Anlass erhält er unter anderem die Ehrendoktorwürde der Universität Kiel. Seine letzte Reise führt ihn zu den Schlachtfeldern des Deutsch-Französischen Krieges. Am 22. Juli stirbt Detlev von Liliencron an den Folgen einer Lungenentzündung.

(Quelle: Wikipedia)